11 KiB
Mode: interview/debrief — Nachbereitung nach dem Interview
Erfasse nach einem echten Interview, was gefragt wurde, bewerte, was gesessen hat und was nicht, schließe Lücken vor der nächsten Runde und aktualisiere die Question Bank.
When to Run This Skill
- Unmittelbar nach einem echten Interview (solange die Erinnerung frisch ist)
- Nach einem Recruiter-Call, der neue Informationen über den Prozess zutage gefördert hat
- Wenn der Kandidat das Format der nächsten Runde und den Interviewer erfährt
Inputs
- Debrief des Kandidaten — welche Fragen gestellt wurden, wie er geantwortet hat, was sich stark oder schwach anfühlte
- Name und Rolle des Interviewers — informiert die Prognose der nächsten Runde
- Ausgang der Runde (falls bekannt) — weiter / abgelehnt / offen
- Details zur nächsten Runde (falls bekannt) — Format, Interviewer, Zeitplan
- Question Bank unter
interview-prep/question-bank.md— mit echten Daten aktualisieren - Story Bank unter
interview-prep/story-bank.md— neue Stories ergänzen, falls welche auftauchen - Lebenslauf unter
cv.md+article-digest.md(falls vorhanden) — um vorgeschlagene Antworten in echter Erfahrung zu verankern - Retracted Claims unter
interview-prep/retracted-claims.md(falls vorhanden) — hartes Gate; verwende eine zurückgezogene Aussage nie in einer vorgeschlagenen Antwort, selbst wenn der Kandidat sie im Interview gesagt hat - Rollenspezifische Prep-Datei — Debrief-Notizen anhängen
Step 1 — Capture What Was Asked
Bitte den Kandidaten, jede Frage aufzulisten, an die er sich erinnert, möglichst in Reihenfolge. Prime nicht mit Optionen — lass ihn zuerst frei erinnern.
Für jede erfasste Frage:
- Was hat er gesagt?
- Wie hat der Interviewer reagiert (positives Signal, neutral, hat nachgehakt, schnell weitergegangen)?
- Fühlte er sich sicher oder unsicher?
Ist die Erinnerung unvollständig, stelle gezielte Nachfragen:
- "Gab es Fragen, die dich überrascht haben?"
- "Gab es etwas, das du gern anders beantwortet hättest?"
- "Hat der Interviewer bei etwas nachgehakt — das bedeutet meist, dass er mehr wollte?"
Step 2 — Honest Assessment Per Question
Erstelle für jede Frage:
**Q: [Frage]**
- What was said: [Zusammenfassung ihrer Antwort]
- What landed: [was gut war — sei konkret]
- What was missing: [Lücke — präziser Fachbegriff, fehlendes Ergebnis, keine Reflection etc.]
- Correct/complete answer: [was die vollständige Antwort enthalten sollte]
- Status: ✅ Strong / 🟡 Solid / 🔴 Gap
Sei direkt. Wenn sie das Kernkonzept verfehlt haben, das die Frage geprüft hat, sag es. War eine Antwort wirklich stark, sag auch das. Der Debrief ist der wertvollste Lernmoment — Vagheit verschwendet ihn.
Step 3 — Update Question Bank
Aktualisiere für jede besprochene Frage interview-prep/question-bank.md:
- Ändere den Status auf ✅ / 🟡 / 🔴 basierend auf der realen Performance
- Ergänze Lückennotizen aus dem Debrief
- Ergänze alle neuen Fragen, die auftauchten und noch nicht in der Bank waren
Existiert die Question Bank nicht, erstelle sie mit den Fragen aus diesem Interview als Ausgangsbasis.
Step 4 — Close the Gaps
Für jede identifizierte 🔴-Lücke:
- Erkläre die korrekte Antwort — klar, prägnant, mit einem durchgearbeiteten Beispiel (Code, Berechnung, Diagramm), wo es hilft
- Verknüpfe mit einer echten Story, falls möglich — "du hast das tatsächlich in deiner [vorhandenen Story aus der Story Bank] — so verwendest du sie"
- Ergänze in der rollenspezifischen Prep-Datei unter einem Abschnitt "Gaps to Close Before Round N"
- Ergänze in
interview-prep/interview-prep-guide.md(falls der Kandidat eine pflegt), wenn es ein wiederverwendbares Prinzip ist, das über diese Rolle hinaus gilt
Step 5 — Extract New Stories
Manchmal fördert ein echtes Interview eine Story zutage, die der Kandidat nicht vorbereitet hatte. Hat der Kandidat eine Erfahrung beschrieben, die er nicht formalisiert hatte:
"Du hast [X] in deiner Antwort erwähnt — das klingt, als könnte daraus eine richtige STAR+R-Story werden. Willst du sie jetzt ausarbeiten, solange sie frisch ist?"
Falls ja, arbeite sie als STAR+R-Story aus (Situation, Task, Action, Result, Reflection) und hänge sie an interview-prep/story-bank.md an.
Step 6 — Next Round Intelligence
Wenn der Kandidat das Format der nächsten Runde kennt:
-
Prognostiziere wahrscheinliche Fragen basierend auf:
- Rolle des nächsten Interviewers (z. B. Senior Practitioner → Tiefe im Kern-Skill, Design; funktionsübergreifender Peer → Zusammenarbeit, Domänengrenzen; Executive → Strategie, Business Impact)
- Was in dieser Runde abgedeckt wurde (die nächste Runde geht üblicherweise tiefer, nicht breiter)
- Woran der Interviewer dieser Runde am meisten interessiert schien
Kennzeichne jede Prognose mit
[inferred]— präsentiere eine prognostizierte Frage nie so, als stamme sie von echten Kandidaten oder Insidern. -
Erstelle eine Prioritätenliste für die Vorbereitung der nächsten Runde — geordnet nach Lückenschwere und Wahrscheinlichkeit, geprüft zu werden
-
Schlage vor,
interview/planmit den Details der nächsten Runde laufen zu lassen, um einen vollständigen Vorbereitungsplan zu erstellen
Step 7 — Probability Assessment (Optional)
Wenn der Kandidat um eine ehrliche Einschätzung seiner Chancen bittet:
Bewerte basierend auf:
- Anzahl und Schwere der Lücken (🔴 bei Grundlagen = höheres Risiko als 🔴 bei fortgeschrittenen Themen)
- Signalen des Interviewers (konkrete Details zur nächsten Runde gegeben = positiv; vage = neutral; kurzer Call = Risiko)
- Rollen-Fit (Jahre an Erfahrung, Domänen-Match, Standort)
- Differenziatoren (Dinge, die der Kandidat gesagt hat, die die meisten Kandidaten nicht sagen würden)
Sei ehrlich. Eine Wahrscheinlichkeitsspanne mit klarer Begründung ist nützlicher als falsche Zuversicht.
Step 8 — Save Debrief
Hänge an interview-prep/{company-slug}-{role-slug}.md an:
## Round [N] Debrief — [YYYY-MM-DD]
**Interviewer:** [Name, Rolle]
**Round type:** [screening / technical / design-case-study / behavioral]
**Outcome:** [pending / moved forward / rejected]
### Questions Asked
[Liste]
### Gaps Identified
[Liste mit korrekten Antworten]
### Next Round
**Format:** [falls bekannt]
**Interviewers:** [falls bekannt]
**Priority prep:** [Top 3 Themen, die vor der nächsten Runde zu schließen sind]
### Process Intel (recruiter / HM screens — omit if not applicable)
**Comp discussed:** [ja / nein — falls ja, was gesagt und worauf geankert wurde]
**Timeline:** [genannte Termine oder Deadlines]
**Other candidates:** [falls offengelegt]
**Next steps:** [was der Interviewer als nächsten Schritt genannt hat und bis wann]
Step 9 — Write Session Transcript
Schreibe nach dem Debrief außerdem ein maschinenlesbares Session-Transkript nach interview-prep/sessions/{company-slug}-{role-slug}-{round}-{YYYY-MM-DD}.md. Dies ist eine strukturierte Aufzeichnung der Runde für nachgelagerte Analysemodi; die mit Sprecher gekennzeichneten Turns lassen einen Konsumenten jede Seite lesen, ohne neu ableiten zu müssen, wer gesprochen hat. Der vollständige Contract liegt in interview-prep/sessions/README.md.
Format:
---
company: [Unternehmen]
role: [Rolle]
round: [screen | hiring-manager | technical | system-design | behavioral | onsite | final]
date: YYYY-MM-DD
interviewer_role: [Rolle, falls bekannt]
source: debrief
---
## Q1
**Interviewer:** [Frage wie gestellt]
<!-- competency: tag[, tag...] -->
**Candidate:** [Antwort wie gegeben / in diesem Debrief rekonstruiert]
## Q2
...
Regeln für das Transkript:
- Ordne die Rundenart dem Enum oben zu (z. B. Recruiter Screen →
screen, HM Screen →hiring-manager, technischer Deep-Dive →technical, Design/Case Study →system-design). - Tagge jede Antwort. In der Zeile direkt über jeder
**Candidate:**-Zeile gib<!-- competency: tag[, tag...] -->aus — lowercase-kebab-case, kommagetrennt bei Antworten mit mehreren Kompetenzen (z. B.system-design,people-leadership,incident-response). Du hast jede Antwort in Step 2 bereits bewertet, also tagge aus dieser Bewertung, statt neu zu lesen. Tags sind frei wählbar; wähle die Kompetenz, die die Frage tatsächlich geprüft hat. - Rekonstruiere den Turn des Kandidaten getreu. Verwende, was der Kandidat in Step 1 als seine Aussage berichtet hat, nicht eine idealisierte Antwort. Die "correct/complete answer" aus Step 2 gehört in die Debrief-Datei, nie ins Transkript — das Transkript hält fest, was passiert ist.
source: debrief.- Die Session-Datei landet in einem gitignorierten Verzeichnis (echte Namen/Unternehmen gelangen nie in die Versionskontrolle); schreibe sie ohne Schwärzung.
Rules
- Debriefe sofort. Die Erinnerung an Interviewdetails verblasst schnell — innerhalb von Stunden sind konkrete Fragen und Reaktionen vergessen. Führe dieses Skill am selben Tag aus.
- Beschönige Lücken nicht. Eine 🔴-Lücke, die aus Freundlichkeit 🟡 genannt wird, taucht in der nächsten Runde wieder auf.
- Leg dem Kandidaten nie erfundene Aussagen in den Mund. Korrekte/vollständige Antworten dürfen auf allgemeinem Fachwissen beruhen, aber jede vorgeschlagene persönliche Aussage oder Kennzahl muss aus dem stammen, was der Kandidat gesagt hat, aus
cv.md,article-digest.mdoder der Story Bank. - Retracted Claims sind ein hartes Gate. Wenn eine Aussage in
interview-prep/retracted-claims.mdsteht, schlage dem Kandidaten nie vor, sie zu verwenden — selbst wenn er sie im echten Interview gesagt hat. Kennzeichne sie: "Diese Aussage steht auf deiner Retracted-Liste — sie ist unter Druck nicht vertretbar. Hier eine Version, die nicht davon abhängt." - Halte neue Retractions fest. Fördert der Debrief eine Aussage zutage, die der Kandidat im echten Interview verwendet hat und die er nun als nicht vertretbar einräumt, biete an, sie an
interview-prep/retracted-claims.mdanzuhängen:**"[claim]"** ([context]). Reason: [einzeiliger Grund + korrektes Framing, falls zutreffend]. - Extrahiere Vokabellücken ausdrücklich. Hat der Kandidat einen unpräzisen Begriff verwendet, wo ein präziser existiert, ergänze ihn in
interview-prep/interview-prep-guide.mdim Vokabular-Abschnitt (falls der Kandidat einen pflegt). - Eine Lücke = ein Fix. Überfordere nicht mit einem vollständigen Lernplan für jede Lücke. Priorisiere die 1–2, die in der nächsten Runde am wahrscheinlichsten geprüft werden.
- Feiere, was funktioniert hat. Beim Debrief geht es nicht nur um Lücken. Benenne, was stark war — das verstärkt das richtige Verhalten und baut Selbstvertrauen für die nächste Runde auf.